Montag, 5. März 2007

Manon am Samstag

Und der nächste TV-Tip:

Live aus der Wiener Staatsoper überträgt der ORF Jules Massenets "Manon" mit dem Liebling der Opernwelt, Anna Netrebko.

Die russische Starsopranistin singt mit Roberto Alagna in diesem Operndrama, das zu den meistgespielten Werken der französischen Musikliteratur zählt.

Die Inszenierung stammt von Andrei Serban, am Pult des Orchesters der Wiener Staatsoper steht Bertrand de Billy.

Spätestens seit der Salzburger "Traviata" ist eine regelrechte Sucht nach Anna Netrebko ausgebrochen. Was immer der Publikums- und Medienliebling durch seine Mitwirkung veredelt, scheint seither ein gebuchter Erfolg zu sein.

http://tv.orf.at/program/orf2/20070310/399216301/

Kommentare:

phanuel hat gesagt…

Auch diese Übertragung werde ich verpassen, aber in diesem Fall ist der Grund dieser: ich habe karten für den 10. 3. und werde die Oper live sehen ;-P

Shu'Gi hat gesagt…

Na dann viel Spass, vielleicht sehe ich dich ja im TV im Zuschauerraum ;) Wo sitzt du denn?

phanuel hat gesagt…

Ich saß auf der Galerie, halbseitig. Also wohl kaum im TV zu sehen. ;-)

Ich fand die Aufführung musikalisch spitzenmäßig. Hab die Netrebko auch sehr gut gefunden. Ich finde überhaupt, dass ihr romantische Rollen wie die Manon (Massenet), Juliette (Gounod), Sonnambula (Bellini) mehr liegen als Verdi oder Mozart. Alagna hat keine weiche, betörende Tenorstimme, war aber auch sehr gut. Erstaunlich dramatisch hat Betrand de Billy dirigiert. Ganz anders als das Klischee, demnach französische Opern eher lyrisch und ein wenig parfümiert klingen. Aber dieses Klischee ist eben doch falsch!

Die Optik war nicht ganz mein Fall. Da hat mich auch die Netrebko nicht so überzeugt. Ich meine nämlich nicht, dass Netrebko die Manon ist, wie oft geschrieben, sondern dass man den Charakter Manons an die Netrebko angepasst hat. Die ganze Inszenierung hat die Oper in ein ziemlich derbes, billiges und geschmackloses Millieu gestellt. Für mich wird das werder der Welt des Abbé Prevost aus dem frühen 18. Jhdt, noch den musikalischen Sitmmungen Massenets aus dem späten 19. Jhdt. gerecht.
Gerade wenn ein Stoff gleich mehrfach für die Oper bearbeitet wurde (die Oper von Puccini wird oft gespielt, weniger oft die Oper von Auber oder "Boulevard Solitude" von Henze), dann halte ich es für wichtig, dass man das besondere der jeweiligen Fassung betont. Hab schon weitaus schlechtere Inszenierungen als diese "Manon" von Andrei Serban gesehen. Aber glücklich werde ich damit nicht.