Dienstag, 6. März 2007

Na immerhin ...

.. auch wenn einem der Netrebko-Hype dann doch wieder auf die Nerven geht - zwei positive Nebenaspekte hats dann ja doch offenbar: es gibt ein bischen öfters Oper im TV, und die Bild-Zeitung berichtet über eine Opern-Probe ... wenn auch die Strapse von Anna dabei interessanter sind als ihr Gesang - aber naja, vielleicht muss man hier ja wirklich sagen: "Besser als nix".

Kommentare:

phanuel hat gesagt…

Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber haben wir hier über die Salzburger "Traviata" vor 1 1/2 Jahren diskutiert???
Die hat ja irgendwie den Medien-Hype verursacht, denn plötzlich war mit einem Schlag und völlig unerwartet oper nicht mehr nur twas für die Nische, sondern etwas für ein Massenpublikum....
Seither überschlagen sich die österr. Medien jedesmal wenn die Netrebko irgendwo auftritt, und gerade in Wien ist ihre erste Premiere, eben diese Manon ein großes Ereignis.
Wie erlebt man denn die Netrebko- Vermarktung außerhalb Österreichs??

Shu'Gi hat gesagt…

Also scheinbar haben wir hier nicht die Traviata diskutiert, wird wohl per Mail gewesen sein :)
Und ja, die war der Anfang, aber warum ist mir schon ein wenig schleierhaft. Anscheinend hat da irendwas "den Nerv" getroffen.

Hier in D ist da jetzt nicht so ein Rummel, aber die Netrebko ist auch nicht unbemerkt geblieben. Nicht umsonst führen ihre CDs die Klassik-Charts regelmässig hier an Ich denke allerdings auch das ihr Management da noch Potential wittert, denn die Meldung in der BILD war wohl von ebenjenem dem Blatt nahegelegt worden.

phanuel hat gesagt…

Ja, ich glaube schon dass Netrebko einen "Nerv" getroffen hat. Es gibt ja doch einige Sängerinnen die hübsch aussehen, und auch nicht schlechter singen als die Netrebko. Aber bei ihr kommt dazu, dass man sie zu einem richtigen Modell machen kann, und sie daher nicht wie eine "typische" Opernsängerin wirkt. Eher wie eine dieser jungen,perfekt aussehenden Frauen, wie man sie aus dem TV kennt. Das hätte den Vorteil, dass Oper dadurch auch für ein modernes Publikum schick wird. Der Nachteil, dass diese Welt der Schönen - sei es im TV, in Hochglanzmagazinen, oder durch Netrebko auch in der Oper - eine oberflächliche ist. Ich bin daher nicht sicher, ob für die Kunst etwas gewonnen ist...

Was die Vermarktung Netrebkos betrifft, so wird sie sicherlich durch ihr Managment und durch die Plattenfirma, die hinter ihr steht, gepusht. Die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit kam wohl vor allem durch ihre Auftritte in Salzburg, zuerst in "Don Giovanni" dann in "La Traviata". Ja und ich glaube tatsächlich, dass diese enorm hohe Einschaltquote bei Traviata die österr. Medien aufgerüttelt hat. Denn jahrelang war Oper (und Kultur im Allgemeinen) ein Thema für die Nische, dass in den Zeitungen irgendwo zwischen Sportberichten und TV-Programm eingeklemmt war. Und plötzlich schauen so viele Traviata im TV. An der Kulturberichterstattung hat das nix geändert. Aber Netrebko hat es zumindest innerhalb Österreichs geschafft, ein weltbrühmter Star zu werden.

Ich denke außerhalb wird das Netrebko-Marketing auch funktionieren, so wie das in früheren Jahren bei der Bartoli oder beim Traumpaar Gheorghiu/Alagna auch funktioniert hat. So scheint mir das jedenfalls.

Shu'Gi hat gesagt…

Also der Hype wirkt auch abseits des normalen Zielpublikums .. meine Eltern, nun wahrlich (vor allem mütterlicherseits) weder Opern- noch Klassikfreunde haben sich die Manon angesehen im TV - und waren offenbar durchaus angetan von der "ungewohnten Samstagsabend-Gestaltung". Ich bin gespannt ob dies eine Ausnahme bleibt oder ob sie sich auch eine der nächsten TV-Übertragungen ansehen werden ...

UNd zum TV allgemein: Ich denke da werden nun die TV-Sender tatsächlich wach, und gerade die letzten Wochen müssten da noch mehr die Wecker bei denen klingeln haben lassen: Rekordeinschaltquoten in der Schweiz mit Harnoncourts Zauberflöte, und in österreich 22% Marktanteil für Manon ( http://mediaresearch.orf.at/index2.htm?fernsehen/fernsehen_teletext.htm ). Nun würde mich nur interessieren wie hoch die Produktionskosten für eine Opernübertragung sind ... viel mahr als bei einem Fussballspiel werdens kaum sein ... und es gibt ja die Weiterverwertbarkeit als DVD ... (aber man soll sich da keine allzugrossen Hoffnungen machen imho ... die Abfahrt in Kvitfjell hatte weit mehr Zuseher *g* )

phanuel hat gesagt…

Nein, allzu große Hoffnungen sollte man sich nicht machen, aber ab und zu eine Oper im TV, und das eben zur HauptsendeZeit, das wär schon nett - und es ist erfreulich, wenn das auch angenommen wird. Das TV ist nun mal ein "demokratisches" Medium. Da ich, wie du weißt, kein Fan davon bin, wenn man die Oper - oder klassische Musik allgemein - als nur elitär sieht, so freue ich mich über solche Übertragungen. Außerdem finde ich es positiv, wenn man sich auf diese Weise auch Gedanken darüber macht, wie man eine Oper für ein nicht Fachpublikum interessant macht. Derzeit funktioniert das ja offenbar ziemlich gut mittels eines Stars wie der Netrebko...

Übrigens, die nächste Oper im ORF wird am 1. April die "Regimentstochter" von Donizetti mit Natalie Dessay und Juan Diego Florez sein.

Shu'Gi hat gesagt…

Ah, der Florez also, der würde sich ja auch gut als "Star" abseits der Klassikszene machen ...
Villazon und Florez buhlen um Netrebko und Garanca - müssen wir nur noch eine passende Oper finden für die vier als Hype-us magnum ;)

Aber abgesehen davon: ja, im Moment scheint Oper wirklich eine breitere Bevölkerungsschicht zu erreichen als noch vor 5-6 Jahren - schaun mer mal obs dabei bleibt.

phanuel hat gesagt…

Ich hab gehört, dass es im letzten Jahr der Holender-Ära eine Neueinstudierung der "Carmen" geben soll. Insz.: Franco Zeffirelli, Dir.: Mariss Jansons, Carmen: Elina Garanca, Don José: Rolando Villazon, Micaela: Anna Netrebko.

Leider kann Florez den Escamillo nicht singen, sonst hätte man hier wirklich alle untergebracht :-))))